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MYRA
Myra war
seit dem 6. Jh. v. Chr. eine der sechs größten Städte
des
Lykischen Bundes. Nach
der Teilung Lykiens von
Pamphylien unter
Kaiser Theodosius II. (401
–
450 n. Chr.) wurde Myra
Hauptstadt Lykiens.
Artemis Eleuthera (Kybele)
besaß in Myra ein Kultzentrum, das bei einem Erdbeben
141 n. Chr. zerstört
wurde. Eine Inschrift des Opramoas von Rhodiapolis, der
den Bau des Theaters finanzierte, kennzeichnet ihren
Tempel in Myra als den größten und prunkvollsten. Dies
berichtet auch eine Legende vom eigenhändigen Abriss des
Heiligtums durch Bischof Nikolaus
Myra war
Bischofssitz, ab
300 n. Chr. Bischof
Nikolaus von Myra.
809 fiel
Myra an
arabische Truppen unter
Harun al-Rashid und
verlor an Bedeutung. Während der Regentschaft des
Alexius I. Comnenus,
(1081 – 1118) wurde Myra von den islamischen
Seldschukenherrschern
erobert. Italienische Kaufleute aus
Bari nutzten die
unruhige Zeit, um die Gebeine des Heiligen Nikolaus in
ihre Heimat zu überführen, wo sie am
9. Mai
1087 eintrafen. Fortan
wurde Bari zur Pilgerstätte des St.-Nikolaus-Kultes.
Die Stadt
wurde im Lauf der Jahrhunderte unter dem Schlamm des
Demre-Flusses begraben und 1965 – 68 durch den deutschen
Archäologen
Jürgen Borchhardt
erforscht
Die
Kirche des Heiligen Nikolaus, erste Basilika des
hl. Nikolaus, wurde im
6. Jahrhundert erbaut. Die heutige dreischiffige
Basilika stammt im Kern aus dem 8. Jahrhundert.
Konstantin IX.
Monomachos (* um
1000; † 11. Januar
1055) und Kaiserin
Zoe erneuerten die
Kirche. Ein Kloster wurde in der zweiten Hälfte des 11.
Jahrhunderts erbaut und den Mönchen wurde die Pflege der
Pilgerstätte übertragen.
Die
Gebeine des Heiligen Nikolaus wurden im Jahre 1087 von
italienischen Kaufleuten nach
Bari abtransportiert.
Damit verlor die Kirche nicht völlig ihre Bedeutung,
sondern wurde auch später noch von Pilgern aufgesucht.
Die
Kirche, die jahrhundertelang im Schlamm des
Demre-Flusses versunken war, wurde 1863 vom russischen
Zaren
Alexander II. erworben
und teilweise wiederhergestellt. 1963 wurde die östliche
und westliche Seite der Kirche ausgegraben. Seit den
1990er Jahren finden weitere türkische Grabungen an der
Kirche statt. In ihrem Inneren finden sich byzantinische
Fresken und Bauplastik sowie römische Sarkophage, die
als
Spolien wiederverwendet
wurden. Vor der Kirche steht ein modernes Denkmal des
Heiligen Nikolaus.
Weitere
Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das
römische Theater und
die lykischen
Felsengräber.
Der alte Hafen von Myra (Andriake),
5 Kilometer südwestlich von Demre (heutiger Name: Bucht
von Cyagzi) ist heute verlandet. Der
Apostel Paulus
wechselte hier im Jahr
59 n. Chr. auf seiner
Reise nach
Rom das Schiff.
Sehenswert ist das alte Granarium, eine Kornkammer, in
der bis zu 6000 Kubikmeter
Getreide gelagert
werden konnten
HEILIGE NIKOLAUS
Über das
Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige
historisch belegte Tatsachen. Myra in
Lykien, heute
Demre, ist ein kleiner
Ort ca. 100 km südwestlich von
Antalya in der heutigen
Türkei. Im 4. Jahrhundert war es ein Bischofssitz.
Quellen
über Nikolaus' Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta
(um
700) und von einem
Mönch Johannes aus dem Studitenkloster (gegründet im
5. Jahrhundert) in
Konstantinopel.
Nach
verschiedenen Überlieferungen ist Nikolaus zwischen
270 und
286 in Patara geboren,
einer Stadt in Lykien in Kleinasien. Er sei mit 19
Jahren von seinem Onkel, ebenfalls mit Namen Nikolaus
und ebenfalls Bischof von Myra, zum Priester geweiht
worden und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von
Myra gewesen. In der
Christenverfolgung
310 soll er gefangen
genommen und gefoltert worden sein.
Als Sohn
reicher Eltern soll er sein ererbtes Vermögen unter die
Armen verteilt haben (was auch von den besser bezeugten
Bischöfen des 4. Jahrhunderts
Ambrosius von Mailand
und
Basilius von Caesarea
berichtet wird und dort als historische Tatsache gilt).
Im Fall von Nikolaus ranken sich darum verschiedene
Legenden.
Andreas
von Kreta und Mönch Johannes vom Studitenkloster
berichten, Nikolaus habe am
Konzil von Nizäa
teilgenommen und dort seinen Widersacher
Arius geohrfeigt.
Deshalb sei er zuerst verhaftet, gegen Ende des Konzils
aber rehabilitiert worden. Nikolaus steht nicht in der
Unterzeichner-Liste von Nizäa, die allerdings
unvollständig überliefert ist. Andererseits gehört
Bischof Theognis von Nizäa, den Nikolaus laut Andreas
beim Konzil von der katholischen Sichtweise überzeugt
haben soll, zu den historisch belegten Unterzeichnern.
1087 raubten
italienische
Piraten oder Kaufleute
Nikolaus' Gebeine und brachten sie als
Reliquien nach
Bari, wo sein Fest am
Tag der Ankunft ihrer Schiffe, dem 9. Mai, gefeiert
wird. Von Bari fordert sie die türkische
Nikolaus-Stiftung bis heute zurück.

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